Wie Barcode-Armbänder funktionieren...
Ein Barcode ist eine Alternative zu Text, wenn es um die Wiedergabe einer Information geht. Alles, was in der Regel auf ein gewöhnliches Patientenarmband gedruckt wird, kann auch in einem Barcode verschlüsselt werden. Der Barcode kann dabei als Schlüssel zu einer Datenbank fungieren. Sobald er eingelesen wurde, dekodiert der Scanner das Symbol und weist einen Rechner an, die jeweilige Akte, die zu dem Patienten gehört, zu suchen oder zu aktualisieren. Barcodescanner werden immer in Verbindung mit Computern eingesetzt, auch wenn diese häufig in ein Handgerät eingebaut sind. Barcodescanner können mit nahezu jeder Art eines Computers genutzt werden, einschließlich PCs, Laptops, Tablett-PCs und PDAs. Der Barcodeleser kann mit dem Computer über ein Kabel oder eine kabellose Verbindung kommunizieren. Barcode-Armbänder schützen die Privatsphäre des Patienten, da sein Name nicht überall auf dem Armband zu sehen sein muss, damit der Scanner ihn erkennen kann. Gewöhnlich wird keine Patienteninformation im Barcode an sich verschlüsselt, sondern lediglich eine ID-Nummer (wie eine Seriennummer), die der Software-Anwendung mitteilt, wo die Patienteninformation zu finden ist. Informationen, die in einem Barcode verschlüsselt anstatt in Klarschrift ausgedrückt werden, erfüllen die Anforderungen hinsichtlich des Schutzes der Privatsphäre laut des Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA).
Da Barcodes für die Datenspeicherung weniger Platz benötigen als er für die gleiche Textmenge erforderlich wäre, können Barcode-Armbänder mehr Informationen aufnehmen als herkömmliche Text-Armbänder. Zusätzlich können zweidimensionale (2-D) Barcodes exponentiell mehr Informationen speichern und sozusagen als „tragbare Akten“ dienen. So könnte sogar eine digitale Fotografie des Patienten kodiert aufgenommen werden, um diese auf einem PC oder tragbaren Computer betrachten zu können, wann immer der Barcode gescannt wird. Der größte Vorteil, den Barcode-Armbänder in Gesundheitseinrichtungen bieten, ist nicht nur die Menge an Informationen, die sie aufnehmen können, sondern auch wie diese Informationen präsentiert und gespeichert werden können. Eine Studie zu Armband-Problemen, die das College of American Pathologists (CAP) durchgeführt hat, hat ergeben, dass 8,6 Prozent der Bänder fehlerhafte Daten und 5,7 Prozent unlesbare Daten aufwiesen. Barcode-Armbänder können – sofern die Informationen bei der Aufnahme, durch das Pflegepersonal, die Ärzte und Assistenten, Labormitarbeiter und anderes Personal entsprechend genau eingegebenen wurden – sicherstellen, dass der Patient richtig identifiziert und die richtige Information immer dann zur Verfügung steht, wenn das Band gescannt wird. Das Scannen von Barcodes ist äußerst genau – wesentlich genauer als jede manuelle Form der Informationserfassung. Studien haben gezeigt, dass erfahrene Schreibkräfte durchschnittlich einen Fehler pro 300 Anschläge machen. Von hektischen Schwestern und Pflegern kann kaum jemand das Gleiche erwarten. Die Fehlerrate bei der Barcode-Datenerfassung liegt dagegen bei etwa einem von drei Millionen Scans. Barcodes verbessern somit auch die Patientensicherheit durch die Verbesserung der Qualität der Informationen in den Patientenakten.
Die Barcode-Dateneingabe ist außerdem wesentlich schneller als die manuelle Dateneingabe. Das Carilion Health System berichtet von Zeiteinsparungen in Höhe von 2,75 Stunden pro Schicht nach dem Wechsel zu einem barcodebasierten System zur Erfassung der Medikamentenausgabe.


